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MKG - Facharztpraxis Dr. Dr. Pytlik

Winter 2017/18 – Knochenaufbau für den festen Halt von Implantaten

Früher mussten Patienten mit zu flachem oder zu schmalem Kieferknochen oft auf Implantate verzichten, da eine ausreichende Höhe und Breite des Knochens die Voraussetzung für den festen Halt eines Zahnimplantates ist. Bei manchen Menschen ist der Kieferknochen von vornherein nicht stark genug ausgeprägt, bei anderen hat er sich zurückgebildet: Gerade bei Zahnlücken, die über einen längeren Zeitraum bestehen, baut sich der darunterliegende Knochen aufgrund der mangelnden Kaubelastung ab. Dieser Effekt tritt auch häufig unterhalb von Brückengliedern oder herkömmlichen Prothesen auf.

Heute können mit modernen Knochenaufbauverfahren in aller Regel die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zudem gibt es spezielle Implantatsysteme, die auch bei wenig Knochen eingesetzt werden können.

Knochenaufbau kurz erklärt

Beim Knochenaufbau wird entweder körpereigenes Knochenmaterial oder gut verträgliches Ersatzmaterial eingefügt. Der Körper ersetzt es nach und nach durch neugebildeten Knochen.

Je nachdem, wie viel Knochen fehlt, an welcher Stelle ein Implantat gesetzt wird und ob der Knochen erhöht oder verbreitert werden soll, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die Implantation der künstlichen Zahnwurzeln wird dann gleichzeitig mit dem Knochenaufbau oder nach Einheilung des eingebrachten Knochens durchgeführt.

Knochenaufbauverfahren im Überblick:

Sinusbodenaugmentation (Sinuslift)
Ein Sinuslift kommt meist zur Anwendung, wenn die Höhe des Kieferknochens im seitlichen Oberkiefer zu gering ist, um Implantate fest darin zu verankern. Dazu wird die innere Auskleidung der Kieferhöhle (Kieferhöhlenschleimhaut) etwas vom Knochen gelöst und angehoben. In den entstandenen Hohlraum wird Knochen- oder Ersatzmaterial eingefügt und so der zu niedrige Knochen erhöht.

Bone-Spreading oder Bone-Splitting
Diese Verfahren werden angewandt, wenn der Kieferkamm (zahntragender Teil des Kiefers) zu schmal ist, um Implantaten sicheren Halt zu geben. Beim Bone-Spreading wird der Knochen an der betreffenden Stelle ein wenig auseinandergedrückt (gespreizt), beim Bone-Splitting vorsichtig in zwei Teile getrennt. In den entstehenden Spalt wird jeweils Knochen- oder Ersatzmaterial eingefüllt.

Distraktionsosteogenese
Wenn der Kieferknochen zu niedrig ist, wird er im entsprechenden Abschnitt mittig in einen oberen und einen unteren Teil gespalten. In den Spalt wird eine kleine Stellschraube eingesetzt, die ihn über mehrere Wochen hinweg regelmäßig erweitert − in dieser Zeit wächst der Knochen nach und füllt den Zwischenraum. Bei der Distraktionsosteogenese wird kein Knochen- oder Ersatzmaterial eingefügt.

Knochenblockmethode
Ist ein Kieferabschnitt deutlich zu niedrig oder zu schmal, kann es empfehlenswert sein, ein größeres Stück Knochen einzufügen. Dieser Knochenblock oder -span wird meist im Ganzen aus dem Kinn-/Weisheitszahnbereich, dem Unterkiefer oder sehr selten aus dem Beckenkamm entnommen und mittels kleiner Schrauben befestigt.

Haben Sie Fragen zum Knochenaufbau? Sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gerne!

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